Aarglos Tagebuch 2001

Winter  
Frühling  
Sommer  
Herbst  

11. Dezember 2001 Aquarena
3 Frauen versuchten - mit mehr oder weniger Erfolg - sich im warmen Wasser zu entspannen. Das Schwergewicht lag auf passiver Betätigung: Massagedüsen, Sprudelliegen, Heisswasserrondell.
Beim anschliessenden obligaten Besuch in der Cafeteria konnte Eine endlich ihre Spaghettigelüste befriedigen... die Andere konnte sich nicht zwischen Süssmost und Frappée entscheiden, und nahm darum gleich beides... die Dritte schliesslich stärkte sich massvoll...

27. November 2001 Abend ohne Programm
Der Abend ohne Programm entwickelte sich nach anfänglich oberflächlichem Geplänkel wie so oft zu einem spannenden Gespräch, diesmal in etwas kleinerer Runde, dafür umso persönlicher. Eine Frau sprach aus, wie wichtig für sie diese Treffen in der Zeit ihres Coming Outs gewesen waren. Sie meinte, es habe sie enorm gestärkt und ermutigt, andere Lesben kennen zu lernen, so dass sie den Mut fasste, sich in ihrem Bekanntenkreis und an ihrer Arbeitsstelle zu outen. Das wiederum habe sie so überraschend befreit und erleichtert, da sie keine negativen Reaktionen erlebt hat.

13. November 2001 Billard
Im Billardcentrum in Brugg trafen sich sieben Aarglosfrauen, um am grünen Tisch die bunten Kugeln rollen zu lassen. Doch bevor es soweit war, hatten wir noch administrative Fragen zu klären. Es ging dabei konkret um die Entscheidung, ob wir unser Treffpunktlokal von Baden nach Aarau ins Frauenzentrum verlegen wollen. Die Anwesenden sprachen sich alle dafür aus, mit dem Vorbehalt, dass Aarglos weiterhin eine autonome Gruppe bleiben solle. Wir beschlossen, uns an der nächsten FZ-Sitzung vorzustellen und unseren Wunsch anzumelden.

Danach wurde Billard gespielt, wobei manche durch einen ausgeprägten Spieleifer auffielen und andere (Göttin weiss warum?) den Kopf nicht ganz bei der Sache hatten, sondern noch andere Interessen nebenher verfolgten. Doch das gehört eben auch zu einem Aarglos-Abend, dass neue Verbindungen geknüpft, bzw. alte gepflegt werden.

23. Oktober 2001 Programmplanung  
Wir beschlossen, das nächste Programm wieder wie früher nur für drei Monate statt für ein halbes Jahr zu machen, um besser auf aktuelle Wünsche und Veranstaltungen eingehen zu können. Zudem wurde die Idee gut geheissen, dieses Jahr Silvestra wieder im Restaurant Maiengrün wie vor zwei Jahren zu feiern.

13. Oktober 2001 COD-Standaktion in Brugg
Seit einigen Jahren treten die Aargauer Lesben und Schwulen am Coming Out Tag gemeinsam an die Öffentlichkeit mit einem Informationsstand und Aktivitäten, die Passanten zum Stehenbleiben verleiten sollen. Nach Aarau und Baden war dieses Jahr die Kleinstadt Brugg an der Reihe. Der mit einer Regenbogenfahne geschmückte Stand lockte mit einem reichen Kuchenbuffet viele Leute an, die den Neumarktplatz querend ihre Einkäufe erledigten. Doch ein Stück Kuchen musste verdient werden. Einmal am Glücksrad drehen, eine Frage zu Homosexualität beantworten und schon hatte frau/man eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen gewonnen. Dabei bot sich die Gelegenheit am Stand die Bücher zum Thema Coming Out, das Informationsmaterial von Aarglos, Aargay und Fels zu studieren und ein paar Worte mit anderen Leuten am Stand zu wechseln. Für Kinder gab es bunte Luftballons mit dem Aufdruck "AARGLOS-AARGAY". Auch die Fotowand war wie jedes Jahr ein Publikumsmagnet. Ganz zum Thema des diesjährigen COD passend ("Work together"- Lesben und Schwule am Arbeitsplatz")  liessen sich Schwule und Lesben mit der Polaroidkamera ablichten und schrieben ihre Berufe unter das Foto. So machte diese Fotowand der Regenbogen- Buntheit unserer "Family" alle Ehre. Besonders zu erwähnen ist die überaus zahlreiche Beteiligung von Stand-BetreuerInnen und die Unermüdlichkeit der Elledorado-Frauen beim Flyer-Verteilen. Zum ersten Mal wurden die Aargauer Lesben und Schwulen am Stand durch ein Elternpaar von FELS unterstützt. Ganz
herzlichen Dank allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen unserer Standaktion beigetragen haben! Pressecommuniqué

12. Oktober 2001  COD Party in Aarau
Die She-DJ's Si'n'& guests verwöhnten die tanzbegeisterten Girls und Boys mit Musik von den 70ern bis heute. Ganz gemäss dem Titel der Party "Girl meets girl meets boy meets boy" fand sich ein gemischtes Publikum im Jugendhaus Aarau ein. Junge bis junggebliebene Lesben, Schwule, Bis und Hetis, sogar eine Besucherin aus Bern und eine waschechte Berlinerin genossen den rundum gelungenen Abend. Den VeranstalterInnen Silvia und Co. sei hier herzlichst gedankt und alle, die nicht dabei waren, mögen sich mit den StammgästInnen auf die nächste "Girl meets girl meets boy meets boy"-Party freuen.

09. Oktober 2001  Kegelabend
Wie schon öfters erfreute sich der Kegelabend grosser Beliebtheit bei einigen Aarglos-Frauen. Zehn ambitionierte Kugelschieberinnen bemühten sich eifrig darum, Säuli oder Kränze zu schiessen. Gespielt wurde auf zwei Bahnen, die alle paar Minuten mit Fünflibern gefüttert werden mussten. Dies führte zu einer gewissen Hektik, die für Seitengespräche keine Zeit liess. Daniela entpuppte sich als wahres Kegeltalent. Sie behauptet zwar in aller Bescheidenheit, das sei Anfängerinnenglück.

05. Oktober 2001 Informationsabend mit FELS
Zum ersten Mal überhaupt trafen sich VertreterInnen der Aargauer Lesben und Schwulen (Aarglos, Elledorado, Aargay und Easy), der Lesbenorganisation Schweiz LOS sowie ein Elternpaar des Vereins FELS zu einem Podiumsgespräch unter der Leitung von Daniel R. Die Veranstaltung richtete sich an Eltern, Freunde und Freundinnen und Angehörige von Lesben und Schwulen. An die 20 Personen waren der Einladung gefolgt. Die verschiedenen Gruppen stellten sich in einem ersten Teil vor. Die LOS-Vertreterin orientierte über die laufenden politischen Aktivitäten auf nationaler Ebene bezüglich registrierter Partnerschaft.Besonders eindrücklich war der Bericht des Ehepaares B. über ihr Coming Out als Eltern einer lesbischen Tochter. Beim anschliessenden Apero bot sich die Gelegenheit in lockerem Rahmen einander kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.
Detaillierter Bericht: klick hier!


25. September 2001
  Abend ohne Programm
Manchmal sind die Abende ohne Programm ziemlich spannend, denn es ergibt sich so die Gelegenheit, miteinander zu reden. So befanden wir (6 Frauen) uns im Lauf des Abends plötzlich in einer heissen Diskussion über Coming Out Probleme, ein brandaktuelles Thema, da ja der COD bevorsteht. Solche Gespräche tragen dazu bei, dass wir uns gegenseitig besser kennen lernen und wir unsere Erfahrungen austauschen können. Das ist gerade in Bezug auf Coming Out Situationen wichtig, die uns ja nicht nur einmal im Leben begegnen, sondern immer wieder.

18. September 2001  Abend mit Aargay
Die Männer von Aargay hatten uns eingeladen ins Cafe Dorfgasse in Rupperswil, wo sie sich regelmässig treffen. Wir Aarglos-Frauen waren zu sechst angereist und verbrachten einen Abend mit ca. doppelt so vielen Männern. Ein eher ungewöhnliches Ereignis! Doch es wurden Bekanntschaften geschlossen und/oder aufgefrischt und viel diskutiert über den bevorstehenden gemeinsam organisierten Anlass: den COD.

11. September 2001 Inline Skaten
Die Sonne stand schon ziemlich tief, als sich an diesem Abend 4 Frauen zum Inline Skaten rund um den Klingnauer Stausee trafen. Sie wurden von einer Velofahrerin begleitet. Ein junges Kätzchen auf der Route lenkte zwei der Frauen ab von ihrer abendlichen Rundfahrt, sie liessen die andern weiterfahren und wollten später dann bei H. zu Hause noch vorbeikommen. Zu der reduzierten Gruppe von Fahrerinnen gesellten sich nach einer Weile die Spaziergängerinnen K. und K. Da es bald dunkel wurde, lud H. alle noch auf einen gemütlichen Schwatz bei Tee und Kaffee ein. 

28. August 2001 Spielabend 
Von den 8 anwesenden Frauen zogen es drei vor, den neuesten Lesbenklatsch sowie brandaktuelle Intimitäten flüsternd und zwischendurch auch laut kichernd auszutauschen. Die andern 5 spielten mit dem Knöchelspiel, das Hedy zum Geburtstag bekommen hatte. Auch Gruselino und Set wurde eifrig gespielt. 

19. August 2001 5 Jahre Aarglos! 
Wir feierten unser Jubiläum mit einem ausgiebigen Brunch im Waldrestaurant Maiengrün, wo Brigitte und Christine uns ein feines Zmorgebuffet vorbereitet hatten. 12 Frauen genossen die verschiedenen Brotsorten, Kaffee, Fruchtsäfte, Rösti mit Bratspeck, weiche Eier, Müsli, Fruchtsalat und vieles mehr. Nach dem Essen gab es einen Wettbewerb mit Wissensfragen zum Lesbenleben in aller Welt. Gabi hatte sich dazu einige ziemlich knifflige Fragen ausgedacht. Die Siegerinnen konnten sich einen schönen Preis aussuchen (Lesben-Ohrstecker, Regenbogenwindspiel, Regenbogen-Schlangenstab, 3-farbige Teigwaren, eine Box Süssigkeiten, Ballone, Farbstifte). Um die Kondition fit zu erhalten, stiegen die meisten von uns dann noch auf den 70m hohen Aussichtsturm.
Am Abend trafen wir uns zum Tanzen im Le Bal. 

14. August 2001 Baden am Hallwilersee
Dieses Jahr klappte es mit unserem Badeplausch am Hallwilersee. (Für Nichteingeweihte: Letztes Jahr fiel das Baden ins Wasser, weil der Treffpunkt und der Zeitpunkt nicht klar waren und wir vergeblich an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten aufeinander warteten.) Es war am Dienstag wunderbar heiss und wie abgemacht kamen alle um 19.30 zum Parkplatz beim Schloss Hallwil. Gabi überraschte uns mit der Nachricht, dass ihre Eltern uns zu ihrem Seehäuschen direkt am Ufer einluden. Das Feuer brenne schon, Tisch und Stühle seien bereit, damit wir nach dem Baden bald essen könnten. Gern nahmen wir das Angebot an, denn die Gelegenheit, einen Privatstrand benützen zu dürfen, bietet sich nicht jeden Tag. Die meisten von uns stürzten sich gleich ins angenehm warme Wasser, nicht so Felix, H.'s Hund, der einige Überwindung brauchte, bis er seinem Fraueli in den See folgte. Nach dem Baden wurde der Grill mit Würsten, Maiskolben, Peperoni, Pilzen und Kartoffeln belegt und bald schlemmerten wir in fröhlicher Runde bis spät in die Nacht. Alle die nicht dabei waren, haben leider was verpasst!

10. Juli 2001 Minigolf in Windisch 
Eine kleine Delegation der Elledorados und ca. 6 Aarglos-Frauen versuchten an diesem Abend die Bälle mit möglichst wenig Schlägen in die Löcher zu treffen. So viel sei verraten, einige von uns sind wahrlich begabt und bringen die andern ins Staunen, wenn das rote Bällchen wie von allein den Weg über all die Schikanen hinweg genau ins Loch findet. Auch ein junger Fuchs liess sich diese abendliche Unterhaltung nicht nehmen. Er oder sie tauchte plötzlich aus dem Gebüsch auf, setzte sich ins glatt gemähte Grün, schaute den minigolfenden Menschen zu und rannte einmal sogar wie eine verspielte Katze dem Ball nach. Der Fuchs komme jeden Abend um 21 Uhr auf den Minigolfplatz erzählte uns später der Betreiber. 

07. Juli 2001 Pride Sion
Da die Walliser Behörden die Lesben- und Schwulenparade im Frühling auf Druck der Kirche zuerst nicht bewilligen wollte und da in den Walliser Zeitungen eine regelrechte Hetzkampagne gegen Lesben und Schwule geführt wurde, folgte Aarglos dem schweizweiten Aufruf zur Solidarität mit den Walliser Lesben und Schwulen. So reisten wir im ICN-Neigezug nach Lausanne und dann weiter nach Sion. Die Bevölkerung stand in Heerscharen an den Strassenrändern, so dass es in den engeren Gassen aussah, als ob die Menschen für uns Spalier stehen würden. Wohlwollende, neugierige, staunende, aber auch skeptische Blicke und da und dort sogar Applaus begegnete uns auf unserem Zug durch die Stadt Sion. 5000 Teilnehmende sind es laut Medien gewesen. Allen voran die verschiedenen Organisationen LOS, Pinkcross, Fels, Cool (die Kirchen-Lesben) und viele Westschweizer Gruppen und Organisationen. Aarglos war mit dem Schaf-Transparent vertreten. Die Parade endete unterhalb der Kirche, wo viele Stände zum Essen und zum Schmöckern einluden. Strassentheater und Musik vollendete unsere Demonstration, es war ein Strassenfest für alle, Einheimische und Zugereiste, Alte und Junge, Menschen wohl aller möglichen sexuellen Orientierungen.  Während in den Gassen das Zusammensein fröhlich und friedlich gefeiert wurde, betete eine Gruppe von fundamentalistischen Katholiken vor der Kirche auf den Knien für die "verirrten Schafe" , damit Gott sie (d.h. uns Lesben und Schwule) auf den von der Natur gewollten Weg der Heterosexualität führen möge. Es bleibt zu hoffen, dass Pride Sion 2001 dazu beigetragen hat, Vorurteile bei der Walliser Bevölkerung abzubauen, damit sie auf politischem Weg dazu beiträgt, dass Lesben und Schwule im Wallis offen leben können und vor Diskriminierung geschützt sind.

26. Juni 2001 Bräteln
Ein wunderbar warmer Sonnen-Sommer-Abend im Wald bei einem grossen Feuer, was wäre romantischer? Etwa zehn Frauen haben Würste, Fleisch, Gemüsespiesse gebraten, Wein getrunken, viel geredet und gelacht und ganz einfach das gemütliche Zusammensein genossen. Anja und Katja aus Berlin, bei Petra  zu Besuch, haben uns das Knöchelspiel beigebracht. Erst als das Feuer schon beinahe erloschen war und die Nacht immer dunkler wurde, packten wir zusammen und machten uns auf den Heimweg. Ein unvergesslicher Abend!

Samstag, 23. Juni 2001 CSD in Zürich
Die Sonne brannte erbarmungslos auf die versammelt Menge von Lesben und Schwulen auf dem Helvetiaplatz, als Moritz Leuenberger als erster Bundespräsident zum Auftakt die Ansprache hielt. Ein tosender Applaus war ihm sicher, denn er zeigte sich solidarisch mit den Lesben und Schwulen in der Schweiz. Er warf sogar die Frage auf, ob wir uns überhaupt noch als Minderheit bezeichnen sollten.
In der anschliessenden Parade durch Zürich zeigte sich die lesBiSchwuletransgender-Famile in den Farben des Regenbogens, bunt und vielfältig. Wir trugen für die Lesbengruppe Aarglos die beiden neu gemalten Transparente mit. Im Kasernenareal war dieses Jahr das Markt- und Festgelände mit einem überwältigenden Angebot an Essen, Getränken und interessanten Artikeln. Unser Aarglos-Grüppchen zerstreute sich in alle Richtungen, denn in dieser dichtgedrängten Menschenmenge war es nicht mehr möglich als Gruppe zusammen zu bleiben. Aber wir trafen die eine oder die andere am Chinesische Nudel-Stand oder beim Schlange stehen vor der Damentoilette wieder an. Am Abend war natürlich noch eine riesige Partie im Kanzlei angesagt. 

Unser neu kreiertes Schaf-Transparent mit der Botschaft:
In jeder Schafherde gibts ein rotes Schaf!
Im übertragenen Sinn: Manche Lesben sind an den roten Haaren zu erkennen.
(Falls du jetzt etwas verwirrt bist, so ist das beabsichtigt. Du kannst dir selbst eine passende Bedeutung ausdenken.)


Dienstag, 12. Juni 2001  Programmplanung
Die Programmplanung war mit heissen Diskussionen verbunden. Die einen würden am liebsten jeden Dienstag Sport treiben, die andern wollen möglichst oft einen Spielabend einbauen und wieder andere finden, es sei doch besser viele Abende ohne Programm zu planen, damit Zeit für Gespräche bleibt. Das neu entstandene Programm ist selbstverständlich ein Mix aus all diesen Vorlieben. Leider mussten wir die vorgesehene Velofahrt vom 24. Juni auf ein späteres Datum verschieben.

Sonntag, 03. Juni und Montag 04. Juni 2001 (Pfingsten) Weekend im Monte Vuala
Eigentlich war das gemeinsame Weekend im Monte Vuala gleichzeitig als Töfftour für unsere Motorradfahrerinnen geplant gewesen. Das Wetter machte uns wie schon oft an Pfingsten einen kräftigen Strich durch die Rechnung. So reisten die 14 Aarglos-Frauen teils mit dem Zug und teils per Auto an. Bei strömendem Regen und Januartemperaturen trafen wir uns wie verabredet in Walenstadt im Restaurant Seepromenade. Was so romantisch nach Sommer klingt, war alles andere als das! Der See war vom Sturm und Regen aufgepeitscht!
Nach dem gemeinsamen Z'Mittag waren alle schon gespannt auf unser Frauenhotel Monte Vuala oben in Walenstadtberg. Drei von uns trotzten dem grausigen Wetter und nahmen den eineinhalbstündigen steilen Weg durch den Wald unter die Füsse. Die anderen fuhren mit den Autos nach Walenstadtberg.
Im Monte Vuala: Karin vom Monte Vuala Team hiess uns herzlich willkommen und zeigte uns das Haus mit seinem vielfältigen Angebot vom Gruppenraum, Videoraum, Bibliothek, Kiosk, Sauna, Samadhitank bis zum Musikraum. Wir richteten uns in den einfachen Zweierzimmern gemütlich ein und gingen dann auf Entdeckungsreise durch das Haus. Noch am selben Nachmittag wollten einige von uns den Marsch durch den Regen auf sich nehmen, um das legendäre Kuchenrestaurant "Garadur" zu testen. So verbrachten die einen einen gemütlichen Lesenachmittag, während die andern einen kurzen Wandertrip machten.
Später kamen wir zum Abendessen an der langen Tafel zusammen. Hedy hatte einen Platz für unser Geburtstagskind Gabi mit vielen brennenden Kerzen geschmückt. Nach einem etwas hoch angestimmten "Happy Birthday" wurde viel gelacht und geredet. Nach dem Hauptgang (Salat und Spinatlasagne) überraschte das ganze Monte Vuala Team Gabi mit einem Geburi-Dessert. 
Den Rest des Abends verbrachten wir dem garstigen Wetter entsprechend im Videoraum und schauten uns den Lesbenfilm "Landaffaire" an. Hedy, die lieber im Keller trommelte, freute sich, als sich später doch noch ein kleines Grüppchen zum Spielen traf.
Der Pfingstmontag zeigte sich wettermässig von bester Seite, die Sonne schien und die frisch verschneiten Berggipfel der Churfirsten leuchteten vor dem blauen Himmel. So kamen wir doch noch in den Genuss, die einmalige Umgebung zu bewundern.
Nach dem Z'Morge gingen die Frauen ihren verschieden Vorlieben nach. Die einen wollten lieber an der Sonne lesen, zwei hatten schon ganz früh eine Morgenwanderung unternommen, ein Grüppchen wollte runter zum See und die Kuchenfreaks machten sich wieder auf Richtung "Garadur". 
Schon viel zu bald hiess es wieder Abschied nehmen von dieser geruhsamen Bergwelt und dieser schönen Frauen- und Lesbenoase. Einige nutzen das angenehme Wetter und wanderten hinunter ins Tal. Die andern fuhren an den Walensee und verweilten noch kurz bei einem Salatteller oder einem Coup in einem Gartenrestaurant am Seeufer. 
Das war unser erstes Aarglos-Weekend im Frauenhotel Monte Vuala.

Dienstag, 22. Mai 2001 Abend ohne Programm
Eine Wespe, die sich ins Foyer verirrt hatte, stiftete zu Beginn des Treffens einige Aufregung unter den anwesenden Lesben. Simone versuchte sogar die ganze Gesellschaft von 11 Frauen davon überzeugen, dass es wohl das Beste sei, der Wespe den Raum zu überlassen und den Abend im nahe gelegenen Restaurant Santa Lucia zu geniessen. Doch als die Wespe dann den Weg ins Freie wieder gefunden hatte, entschied sich die Gruppe zu bleiben. So wurde es noch ein gemütlicher Abend. Neuigkeiten aus dem Alltag fanden neugierige Ohren, wobei Tiere im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses standen. Eine brachte die traurige Nachricht, ihr Hund sei gestorben, eine andere erzählte von ihrem Sturz mit dem Pferd. Das Stichwort Pferd wurde gleich von den anwesenden Pferdeliebhaberinnen genutzt, um die allgemeine Diskussion in dieser Richtung weiter zu führen. Aus der Ecke der weniger von Pferden Begeisterten kam darauf der Vorschlag, Aarglos solle doch nächstens eine Untersektion für lesbische Pferdenärrinen gründen. Weitere Themen dieses Abends waren das bevorstehende gemeinsame Weekend im Monte Vuale, der CSD und die Transparente, die einige von uns gemalt haben.

Dienstag, 08. Mai 2001  CSD Transparent malen
Vier Aarglos-Frauen waren Petras Einladung zum Transparent Malen gefolgt. Hier der Bericht von Petra:

Dienstag, 24. April 2001 Tauschabend 
Anscheinend gibt es unter den Aarglos-Frauen nur wenige, die nicht mehr gebrauchte Gegenstände loswerden wollen. Das Angebot an unserem Tauschmarkt war relativ klein und auch die Tauschfreudigkeit hielt sich in Grenzen. Dafür hatten die anwesenden Frauen viel zu reden und zu lachen. 

Ostersonntag, 15. April 2001 Brunch im Café Dorfgass in Rupperswil
Eine hungrige Gesellschaft von ca. 10 Frauen und 4 Kindern war bei scheusslichem Wetter in der warmen Stube des Cafés Dorfgass in Rupperswil zusammengekommen. Wie schon öfters war der reichhaltige Brunch zum einen eine Augenweide und zum andern eine Gaumenfreude. Die grosse Auswahl an feinstem Gebäck, Brotaufstrichen und -auflagen, Birchermüsli, Jogurts und bis zum Nussgipfel (fast!) alles, was das Herz begehrt, hat wohl die eine oder andere zum hemmungslosen Schlemmern verführt. 

Dienstag, 10. April 2001  Ideen sammeln für CSD
Es ging an diesem Abend um das Sammeln von Ideen für den COD 2001, der wie alle Jahre im Oktober stattfinden wird. In der BOA war irrtümlicherweise angegeben, es handle sich um die Planung des Christopher Street Day im Sommer. 9 Frauen warfen ihre Ideen für die Gestaltung des Coming Out Tages in den "Topf" und vermischten alles mit einer Prise Humor und einigen Esslöffeln Erfahrungen der vergangenen COD's. Was für ein Süppchen da gebraut wird, werdet ihr schon noch erfahren. 

Dienstag, 27. Maerz 2001 Spielabend
Viele Papiertaschen voller Spiele hatte Hedy mitgebracht und 5 Frauen waren zum geplanten Spielabend gekommen. Aber manchmal kommt alles anders als geplant. Aus dem anfänglichen Smalltalk "Na, wie läufts bei dir?" und "Hast du deinen Schnupfen weggekriegt?" entwickelte sich ein sehr persönliches und überaus spannendes Gespräch zwischen den anwesenden Frauen, so dass die Zeit in Windeseile verflog und deshalb die Spiele "jungfräulich unberührt" blieben (wie Hedy meinte).

Dienstag, 13. Maerz 2001 Kegeln in Wohlen
Zwei Bahnen waren für uns im Restaurant Chappellerhof reserviert. 15 Frauen waren gekommen, darunter Susanne, die zum ersten Mal dabei war. Wir spielten auf 100 Punkte und wieder zurück. Diejenige, die als erste genau auf 0 Punkte kegelte, hatte die Runde gewonnen. Lange war Myriam weit voraus. Doch dann holte Elsi rasant auf und gewann. Sie hat einfach Talent und Glück! Woran es den andern mangelte, ob am Talent oder am Glück, das sei dahingestellt. Spass gemacht hat es anscheinend den meisten, sogar Christine, die zuerst behauptet hatte, überhaupt keine Lust zum Kegeln zu haben, liess sich nach einer Weile vom Kegelfieber anstecken.

Dienstag, 27. Februar 2001 Fondue-Plausch
Unser Fondue-Abend war ein sehr gut besuchter Anlass. Gemeinsam wurde in der Küche der Käse zu Fondue gerührt, Brot geschnitten, während andere den Tisch deckten und genügend Stühle bereit stellten. 21 Frauen sassen schliesslich an einer langen Tafel, tauchten ihre Gabeln in eines der fünf Caquelons und tauschten links und rechts und vis-à-vis den neusten Klatsch aus. Besonders gefreut hat uns, dass wir an diesem Abend zwei sympathische Frauen aus Berlin kennen lernten, die Freundinnen von Gabriela und Petra sind.

Sonntag, 18. Februar 2001 Schlitteln in Melchsee Frutt
11 Aarglosfrauen eine davon mit ihrem 3jährigen Töchterlein trafen sich um 10.00 Uhr bei der Talstation Stöckalp im Melchtal. Das Wetter sah eher nach Nebel aus, aber oben in Frutt empfing uns strahlender Sonnenschein und ein tiefblauer Winterhimmel. Die kleine M. zog es vor, mit ihren beiden Müttern die flacheren Hügelchen mit dem Schlitten auszuprobieren. Das hiess den Schlitten mühsam raufziehen und dann runter rutschen und alles nochmals von vorne. Ganz anders das Schlittelprogramm der übrigen Aarglosfrauen: Die Abfahrt auf der Schlittelbahn ist 7 km lang und ein wahres Abenteuer. Oben war die Bahn bei guten Schneeverhältnissen das reinste Schlittelvergnügen, weiter unten mussten dann aber auch eisige Passagen oder gar schneelose Stellen bewältigt werden. Bei der zweiten Abfahrt kämpften wir uns dann durch den Nebel, der in vom Tal heraufgezogen war. Zum Glück ist die Bahn an den Seiten mit Stangen markiert, denn sonst wären wir wohl irgendwo abseits im Tiefschnee gelandet. Bei unserer dritten Fahrt ins Tal schien dann wieder die Sonne. Alle sind gesund wieder zu Hause angekommen, trotz ein paar blauer Flecken und einem Muskelkater wird uns dieser Tag in schöner Erinnerung bleiben.

Dienstag, 13. Februar 2001 Schlittschuhlaufen in Aarau
Vorsichtig die einen, sportlich draufgängerisch die anderen, wagten sich 8 Aarglosfrauen auf das glatte Eis. Die neunte musste zuschauen und hatte den Auftrag Fotos zu schiessen, da sie sich leider beim morgendlichen Frühturnen eine Nackenstarre zugezogen hatte. Während sich die ersteren eher entlang der sicheren Banden vorwärts bewegten, übten sich die letzteren in der schon gehobeneren Kunst auf dem Eis, übersetzen (im Kreis fahren) vorwärts und rückwärts. Einsame Spitze ist Simone, die uns mit einer tollen Pirouette beeindruckte. (Originalton:"Ouh ischs mer trümmlig, jetzt händers gseh, jetzt mach i keini meh.")

Dienstag, 23. Januar 2001 Themenabend: Coming Out in der Familie mit der Junglesbengruppe Elledorado aus Aarau
Es kamen etwa 12 Frauen davon 5 von der Junglesbengruppe Elledorado. Das Thema ist bei jüngeren und älteren Lesben brisant. Bewegend erzählen einzelne über die Schwierigkeiten beim Coming Out in der Familie. Von Eltern ist die Rede, die jedes Gespräch über das Lesbischsein ihrer Tochter ablehnen. Oft erleben Lesben nach ihrem Coming Out in der Familie, dass das Lesbischsein ein Tabuthema in der Familie ist. Die Tochter wird in den meisten Fällen nicht aus der Familie ausgestossen, aber dennoch nicht als frauenliebende Frau respektiert, indem das Thema totgeschwiegen wird.
Zum Glück gibt es auch Eltern, die positiv auf das Coming Out ihrer Tochter reagieren. Bei den meisten braucht es eine Zeit der Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität und einige klärende Gespräche, bis sie ganz selbstverständlich mit der Tatsache umgehen können, eine lesbische Tochter zu haben.
Auch das Coming Out von verheirateten Frauen mit Kindern kam zur Sprache. Frauen, die erst in einem späteren Lebensabschnitt ihre Liebe zu Frauen entdecken, stehen vor dem Problem "Wie sag ich es meinen Kindern?".

Dienstag 09. Januar 2001 Billard
An drei grünen Tischen spielten 13 Aarglosfrauen an diesem Abend Billard in Brugg. Interessante Frauschaftskombinationen ergaben sich dadurch, dass mutige Anfängerinnen mit geübteren und mehr oder weniger treffsicheren Kugelschieberinnen im Team zusammen waren. Der Ehrgeiz die schwarze Kugel am Schluss ins richtige Loch zu versenken war bei allen ganz deutlich festzustellen, und wenn's nicht ganz nach Wunsch geklappt hat, so hatten wir doch auf alle Fälle Spass miteinander. Und das ist ja eigentlich der Sinn und Zweck unserer Aarglos-Treffen! 

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