Aarglos Tagebuch 2002

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31. Dezember 2001 bis 01. Januar 2002 Sylvestra-Abend im Maiengrün
Wie schon vor zwei Jahren feierten wir den Jahreswechsel im Maiengrün bei Brigitte und Christine. Im kleinen Säli war für uns reserviert und der Abend begann mit einem gluschtigen Spaghetti-Buffet. 13 Aarglos-Frauen probierten die verschiedenen feinen Saucen und beugten einem Vitaminmangel durch kräftiges Zulangen bei den Salaten vor. Ursi sorgte für Musik im Hintergrund und Gabi liess uns wieder über einem  Quiz brüten. "Dä isch da mol würklech ned schwer." Die Zeit bis Mitternacht war im Nu um. Draussen am Waldrand hatte Christine schon ein riesiges Feuer entfacht. Rund um das Feuer stehend stiessen wir dann bei klirrender Kälte an und tranken auf das Neue Jahr, auf dass es uns Glück und Liebe bringen möge. Wieder in der warmen Gaststube zurück spielten wir noch zwei Runden Activity, bis Christine uns vorsichtig dran erinnerte, dass es bald Zeit sei, das Restaurant zu schliessen. Ein fröhlicher Abend in anregender Lesben-Runde, ein schöner Jahresabschluss und ein sanfter Rutsch ins Neue Jahr!

08. Januar 2002 Abend ohne Programm im Frauenzentrum Aarau
Nur 7 Frauen nutzten die Gelegenheit, das neue Aarglos-Lokal im Frauenzentrum Aarau zu testen. Ab April dieses Jahres werden wir uns hier regelmässig treffen. Es gibt einen grösseren und einen kleineren Raum mit Tischen, sowie eine kleine Bar. In den Räumen sind immer wieder schöne Ausstellungen von künstlerisch tätigen Frauen zu bewundern. Ab 14. Februar könnt ihr im FZ Aarau  die Lilith-Zeichnungen unserer Aarglos-Frau Kathrin ansehen.

22. Januar 2002 Fondue-Plausch
Hedy zauberte aus einer delikaten Käsemischung ein ausgezeichnetes Fondue. Dieses Jahr sassen 7 Geniesserinnen um den Tisch, rührten, tauchten und fischten im Caquelon. Dabei wurden natürlich alle wichtigen News an die Frau gebracht und Ideen geschmiedet.

12. Februar 2002 Coming Out
Das Thema Coming Out scheint immer brisant und unerschöpflich zu sein. Es gibt ja verschiedene Formen von Coming Out: Wie sage ich es meinen Eltern, meiner Familie, meinen Kindern? Wie gehe ich damit am Arbeitsplatz um? Was sag ich, wenn mich die Arbeitskolleginnen fragen, ob ich einen Freund habe? Es gäbe noch unzählige Fragen dazu. An diesem Abend erzählten wir einander, wann und wie wir für uns selbst festgestellt haben, dass wir lesbisch/bisexuell sind: das innere Coming Out. Die einen wussten schon als Jugendliche genau, dass sie auf Frauen stehen und lebten es auch aus. Andere fühlten sich zwar zu Frauen hingezogen, machten aber den Umweg über Männerbeziehungen. Wieder andere lebten zuerst in einer heterosexuellen Beziehung, hatten Kinder und entdeckten erst nach dreissig ihre Liebe zu Frauen. Und manche lieben mal eine Frau, mal einen Mann, auch das gehört zur Unergründlichkeit der Liebe. Mitdiskutiert und ihre Geschichten erzählt haben an diesem Abend 9 Aarglos-Frauen.

24. Februar 2002 Schlitteln in Melchsee Frutt  Melchsee Frutt
Wegen schlechten Wetters wurde unser Schlitteltag leider abgesagt. 8 Frauen hatten sich angemeldet und wären gern wie letztes Jahr bei strahlendem Sonnenschein die 7 km lange Schlittelbahn von Frutt bis Stöckalp hinuntergesaust.

26. Februar 2002 Schlittschuhlaufen in Aarau
Wiedermal Regen und Wind! Fünf ganz unerschrockene Aarglosfrauen standen Punkt 20 Uhr vor der KEBA. Nach kurzer Diskussion ("Gömmer ine oder sitze mer lieber in es Cafi?") war der einstimmige Beschluss gefasst angesichts des unfreundlichen Wetters doch lieber in die Spaghetti-Factory zu gehen. Es gibt ja immer allerlei News, die an die Frau gebracht werden wollen, und das geht nun mal wirklich viel besser in einer gemütlichen Runde im Restaurant als auf dem Eisfeld!

12. März 2002 Programmplanung und Videoabend
So zielstrebig und speditiv haben wir unser Programm noch selten geplant. Der Grund: um 20.15 begann der Fernsehfilm "Eine aussergewöhnliche Affaire", ein verheirateter Lehrer verliebt sich in einen jungen Kollegen, eine heisse Liebesgeschichte! Während 6 von uns gebannt der Story folgten, fand eine das etwas bedenklich, dass wir uns dermassen an einem Schwulenfilm ergötzen können. Sie zog es vor, den Abend anders zu verbringen (wie bleibt ihr Geheimnis!), nahm den Hund an die Leine und schritt von dannen.

26. März 2002 Spielabend
Eine grosse Auswahl an Spielen stand bereit, aber sie blieben an diesem Abend unberührt in ihren Schachteln. Die 8 anwesenden Aarglosfrauen hatten einfach soviel Wichtiges zu erzählen und zu besprechen, dass wir leider nicht zum Spielen gekommen sind. Zum Glück ist der nächste Spielabend schon am 11. Juni, aber dann....!

01. April 2002 Osterbrunch im Maiengrün
Der Osterbrunch auf dem Maiengrün hat schon Tradition. 15 Aarglosfrauen liessen sich königinnenlich von Brigitte und Christine bewirten. Das reichlich gedeckte Buffet mit allem was Gaumen und Herz begehrt verlockte dazu, sich durch die Köstlichkeiten durchzuprobieren: vom selbst gebackenen Zopf, über Gipfeli zum Müesli, über den Fruchtsalat zur Käse- und Fleischplatte bis zur frischen Rösti, nicht zu vergessen die Ostereier und die Schoggihäsli. Selbstverständlich gehört ein Spaziergang nach der Schlemmerei dazu, das milde und prächtige Frühlingswetter sorgte für ausgelassene Stimmung!

09. April 2002 Einweihungsessen im Frauenzentrum Aarau  FZ Aarau    SpaghettiEssen 
Wir haben ein neues Zuhause im Frauenzentrum Aarau! Die Lesbengruppe Aarglos genoss in den letzten fünfeinhalb Jahren das Gastrecht im Foyer der Kanti Baden, wo wir immer herzlich willkommen waren und wo uns die ganze Infrastruktur (gemütlicher Raum, Videoanlage, Küche) zur freien Verfügung stand. Unser Umzug nach Aarau hat denn auch nichts damit zu tun, dass der Treffpunkt in Baden nicht gut genug gewesen wäre. Es ist uns auch nicht gekündigt worden. Ja, warum dann? Die neue Verlegung unserer Adresse in die Kantonshauptstadt hängt damit zusammen, dass ein grösserer Teil der Aarglosfrauen im Raum Aarau lebt. Für Lesben im Raum Baden, Wettingen liegt Zürich mit seinem relativ grossen Angebot für Lesben nahe. Mit unserem Umzug nach Aarau wollen wir Lesbenaktivitäten im Raum Aarau anbieten und damit auch im westlichen Teil des Kantons bekannter werden. Wir nützen als Mieterinnen die Räume des Frauenzentrums Aarau und unterstützen es damit ideell und finanziell, wie ihr wisst, sind Frauenzentren in der Schweiz vom Aussterben bedroht.
Das alles war Grund genug für die zwölf anwesenden Aarglosfrauen , den Umzug zu feiern: mit einem feinen Spaghetti-Essen im neuen Raum an der Kronengasse 5 in Aarau. Zur Auswahl standen zwei Saucen (Cinque Pi und Pesto) und dazu gab es einen gemischten Salat. Zum Dessert konnten wir Gabis Lebkuchen geniessen und Kaffee trinken.

23. April 2002 Billard spielen
Nur zwei Billard-Liebhaberinnen trafen sich diesmal im Winners in Brugg. Sie liessen sich den Spass nicht nehmen und trainierten eifrig, um dann beim nächsten Aarglos-Billard mit präzisen Kugeln brillieren zu können. Na, wir sind gespannt!

14. Mai 2002 Offener Treff
In familiärer Runde - anfänglich zu zweit, am Schluss zu fünft - drehte sich
das Gespräch um alles Mögliche, angefangen vom COD, über Haustiere, bis zum Thema "Für und Wider" sportlicher Betätigung...

28. Mai 2002 Bräteln in Baden
Wegen zweifelhafter Wetterlage wurde das Bräteln dieses Jahr leider abgesagt!

11. Juni 2002 Spielabend
Interessanterweise kommen zu den Spielabend jeweils auch Frauen, die auf keinen Fall bei einem Spiel mitmachen wollen. Es braucht dann schon recht viel Überredungskunst, die Anti-Spielerinnen doch für wenigstens eine Runde "Chüngeli-Spiel" zu motivieren. Das "Chüngeli-Spiel" ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem eine kleine Kugel auf einem gewölbten Spielfeld mit einem Holzschieber (ähnlich wie Minigolf) ins Goal der Mitspielerinnen geschoben werden muss. Es wird zu viert gespielt und auch die grössten Spielmuffelinnen freuen sich, wenn es ihnen gelingt, die anderen auszutricksen und die Kugel geschickt im gegnerischen Loch zu versenken.

18. Juni 2002 Kundgebung in Aarau
Rund 30 Personen hauptsächlich Lesben, wenige Schwule und einige solidarische  Heterofreundinnen standen vor dem Grossratsgebäude mit Transparenten, Informationsmaterial und mit Feuersteinen Spalier, um die Grossrätinnen und Grossräte auf unser Anliegen der rechtlichen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren aufmerksam zu machen, und um sie davon zu überzeugen, sich im Rat dafür einzusetzen. Zu unserer Enttäuschung wurde das Traktandum jedoch auf einen späteren Zeitpunkt irgendwann nach den Sommerferien verschoben.

25. Juni 2002 Themenabend: lesbische Geschichte
Wir haben einander erzählt, was wir über Lesben und lesbische Liebe in früheren Epochen und Zeiten gelesen haben. Es war eine interessante Reise in die Vergangenheit von den urgeschichtlichen Frauenpaardarstellungen über Sappho zu den mittelalterlichen Verfolgungen von lesbischen Frauen. Von den pseudowissenschaftlichen Untersuchungen über lesbische Frauen im 19. Jahrhundert zu den wilden 20er Jahren mit den Lesbenclubs und Lesbenzeitschriften, die dann in der Zeit des Naziregime wieder spurlos verschwanden, da Homosexualität gnadenlos verfolgt wurde. Dann Stonewall 1969 und die folgende Entstehung der Homosexuellenbewegung bis heute zu den  politischen Bestrebungen der rechtlichen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

09. Juli 2002 Romantischer Abend am See
Die heftigen Gewitter am Nachmittag drohten, unseren Abend am See wortwörtlich ins Wasser fallen zu lassen. Doch der Optimismus der Aarglosfrauen ist unerschütterlich: zu sechst genossen wir einen sonnigen Sommerabend mit baden, Boccia spielen, Feuer machen und brötle. Für die geplante Seeüber - queer- ung konnte sich keine der anwesenden Frauen erwärmen.

23. Juli 2002 Programmplanung und Kuchenessen
Die Ferienzeit macht sich auch bei Aarglos bemerkbar: nur drei Frauen kamen zur Programmplanung. Das neue bunt gemischte Programm bis Ende Januar 2003 steht nun fest und wird bald auf die Homepage geladen und auch als Faltblatt allen Aarglos-Frauen per Post zugestellt. Das Kuchenessen haben wir auf das nächste Treffen am 13. August verschoben in der Hoffnung, dass dann wieder alle aus ihren Ferien zurück sind und bei Kaffee und Kuchen ihre Erlebnisse zum besten geben werden.

13. August 2002 Offener Treff
Gleich 2 neue Frauen besuchen heute unseren Treff. Zu sechst
unterhalten wir uns über dies und das. Nach 22 Uhr setzen wir das Gespräch zu dritt fort, wobei es sich jetzt vor allem um inneres und äusseres Coming out dreht.

27. August 2002 Bräteln und Freiluftspiele
Leider ist das Wetter für die Mehrheit der Anwesenden zu wenig freundlich. Dafür verspüren einige geradezu Heisshunger, der so schnell  wie möglich befriedigt werden will. Also ist der Vorschlag, zuerst Billard zu spielen, chancenlos. So sitzen wir bald zu sechst in einer Pizzeria und lassen uns kulinarisch verwöhnen. Eine Einzige hat nach dem Bezahlen ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil wir "zu gut" weggekommen sind...

10. September 2002 Offener Treff
Das Haupttraktandum des heutigen Treffs sind die Ferienfotos unserer zwei Weltenbummlerinnen ...(irgendwie scheinen die immer Ferien zu haben...). Sechs Frauen kommen in den Genuss von Berichten aus Schweden. Eine Frau kommt erst, als das Fotoalbum schon wieder zugeklappt ist. Was sie wohl alles verpasst hat?!

24. September 2002 Billardabend
Star des Abends ist eindeutig die schwarze Kugel, welche sich mit erstaunlicher Regelmässigkeit (meist von der zunehmend genervten Gabriela!) zu früh in ein Loch versenken lässt. So bleibt es im Dunkeln, wer jeweils "wirklich" gewonnen hätte... Renate, welche sich  als Anfängerin bezeichnete, verblüffte die Anderen durch präzise, gekonnte Treffer. Zwei Frauen lebten ihre Spiellust am Schluss noch am Töggelikasten aus - mit unterschiedlichem Talent...

05. Oktober 2002 Hallwylersee-Wanderung
Eine tolle Idee von Gaby soll umgesetzt werden: Wanderung um den ganzen Hallwylersee. Von den ursprünglich sieben Wanderfrauen sind es schliesslich noch zwei! Welch ein Frust für die Organisatorin! Die Eine ist krank, die Andere hat Stress mit Organisieren eines Geburtstagsgeschenks,
die Dritte sorgt sich um ihren frisch operierten Hund, den sie nicht allein lassen will, die Vierte muss lernen und die Fünfte kommt zwar an den Treffpunkt, hat aber keine Lust mehr, als sie erfährt, dass sie nur zu dritt wären. Zum Essen im Restaurant Eichberg in Seengen sind wir dann vermeintlich zu dritt bzw. zu zweit. Es dauert nämlich anderthalb Stunden, bis sich die beiden Teilgrupppen im "riesigen" Restaurant doch noch finden... Immerhin unterhalten wir uns dann schliesslich zu fünft  noch eine Zeitlang angeregt - wieder ist eine neue Frau dabei.

08. Oktober 2002 Offener Treff
Gute Gesprächsrunde mit fünf Frauen. Ernstes und Amüsantes wird ausgetauscht. Auch die "heutige Jugend" ist ein Thema - obwohl der Altersdurchschnitt der Runde bei 30 Jahren liegt... Die mitgebrachten Pralinen tragen ihrerseits zur guten Stimmung bei...

11. Oktober 2002 Informationsabend mit FELS
Rund 15 Personen folgten der Einladung zum Informationsabend mit Ruth vom Verein FELS, Freundinnen und Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen. Die meisten Anwesenden waren Aarglosfrauen und Aargaymänner, nur ein junger Mann hatte seine Mutter mitgebracht. Nach den Informationen von Ruth über die laufenden Aktivitäten von FELS diskutierten wir über die Frage, warum sich nur wenige Eltern bei FELS aktiv engagieren. Braucht es einen Verein wie FELS? Wir sind entschieden der Ansicht, dass es für die rechtliche Gleichstellung in der Gesetzgebung sehr wichtig ist, dass eine breite Bevölkerungsgruppe über die bestehenden Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften informiert ist. Denn jede einzelne Stimme wird zählen, wenn die entsprechende Vorlage vor das Volk kommt. Deshalb ist die Öffentlichkeitsarbeit von FELS mit ihrer Präsenz an allen Kundgebungen immens von Bedeutung für unsere Anliegen. Die Existenz des Vereins von Freunden/Freundinnen und Eltern von Lesben und Schwulen zeigt, dass wir auf ihre Unterstützung zählen können, auf der persönlichen und auf der politischen Ebene.
Manche Eltern wenden sich verzweifelt Hilfe suchend an FELS, wenn sie mit der Homosexualität ihrer Tochter/ihres Sohnes konfrontiert werden. FELS ist jedoch keine Selbsthilfegruppe für Eltern, die ihre Kinder wieder "auf den rechten Weg" bringen wollen. Sicher gelingt es vielen Eltern nach einiger Zeit, das Lesbisch- oder Schwulsein zu respektieren, doch nur wenige machen dann den Schritt, sich aktiv für die politische Gleichstellung der lesbischen/schwulen Beziehungen zu engagieren. Umso bewundernswerter ist der Einsatz von FELS- Mitgliedern wie Ruth und Walter, die nun schon zum zweiten Mal die Aufgabe übernahmen, die Arbeit von FELS vorzustellen und für neue MitstreiterInnen zu werben. Herzlichen Dank! Mit einem Klick geht es zur Homepage von FELS.

12. Oktober 2002 Coming Out Tag in Aarau
Nachdem in den letzten beiden Jahren der Coming Out Tag in Baden und Brugg stattgefunden hatte, war unser Stand wieder einmal in der Innenstadt von Aarau präsent, wie schon fast traditionell mit dem Glücksrad, Ballons für die Kinder, Gummibärli für die Jugendlichen, Kaffee und Kuchen und vielen Informationen rund ums Coming Out und um lesbisches und schwules Leben als Single oder als Paar. Der günstige Standort an der Igelweid sorgte für regen Betrieb um und am Stand. Persönliche Begegnungen und Gespräche mit Passanten und Passantinnen ermöglichen, so hoffen wir, Denkprozesse in Gang zu bringen und Vorurteile abzubauen. Coming Out heisst "Hinaustreten", sich zeigen, das ist unser Motto am jährlichen COD (Coming Out Day).

22. Oktober 2002 Offener Treff
Es interessieren sich vermehrt "neue" Frauen für Aarglos, so kamen diesmal gleich drei Neugierige, die sehen wollten, was bei uns so läuft, und die gern andere Lesben kennen lernen wollten. Der Abend verging schnell beim Erzählen und Diskutieren und neue Freundschaften wurden angebahnt.

12. November 2002 Spaghetti-Essen
Nachdem sich noch vier Frauen kurzfristig angemeldet hatten und eine ganz spontan dazu kam, sassen schliesslich 14 Frauen an der langen Tafel im Frauenzentrum Aarau und genossen die Spaghetti an einer Cinque Pi Sauce und den feinen Salat. Auch für Kaffee, Tee und Dessert war gesorgt. Unsere gemeinsamen Schlemmerabende sind anscheinend sehr beliebt, die Kombination von sinnlichen Genüssen wie Gaumenfreude (beim feinen Znacht), Augenweide (beim Anblick interessanter Frauen) und Ohrenschmaus (bei den angeregten Gesprächen) vermag viele aus ihren Stuben ins Frauenzentrum Aarau zu locken.

26. November 2002 Videoabend
Die Auswahl aus den rund 15 mitgebrachten Videofilmen war nicht einfach, vor allem weil die Vorlieben der einzelnen Frauen so unterschiedlich sind. Nach einem möglichst demokratischen Wahlverfahren ("Wer isch für "Mausi kommt raus?" "Ou jo, de isch super!" "Ou nei, so en Schwachsinn!") einigten sich die 9 Frauen auf "Thelma und Louise".

10. Dezember 2002 Samichläusinnentreff
Der Tisch im Frauenzentrum war reichlich gedeckt mit allerlei Köstlichkeiten, die sieben anwesenden Frauen liessen sich die Mandarinen, Schöggeli, Nüsse etc. schmecken und waren in angeregte Gespräche vertieft, als es unverhofft an der Türe klopfte. Eine rief: "Herein!", doch niemand trat ein. Stattdessen klopfte es nochmals etwas heftiger als zuvor. Darauf öffnete sich die Türe und eine schwarzgewandete Schmutzli-Frau kam herein, aus dem schwarzen Gesicht strahlten zwei glänzende Augen. Sie leerte ihren Sack auf dem Tisch aus und die Auswahl an feinen Leckereien wurde noch grösser. Die Überraschung war perfekt, der Auftritt konnte nicht gelungener sein! Auf diese Art und Weise war noch keine Frau neu zu unserer Gruppe gestossen.

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